Altersvorsorgedepot-Anbieter 2027 im Vergleich

Altersvorsorgedepot-Anbieter 2027 im Vergleich

Scalable Capital, Trade Republic oder Sparkasse/Deka? Wir vergleichen angekündigte Altersvorsorgedepots, Gebühren, Anlageauswahl und Service.

Altersvorsorgedepot-Anbieter 2027: Scalable Capital, Trade Republic und Sparkasse/Deka im Vergleich


Mit dem Start des Altersvorsorgedepots am 1. Januar 2027 treten nicht nur Versicherer und klassische Banken in den Markt ein. Auch Neobroker wie Scalable Capital und Trade Republic wollen die staatlich geförderte Altersvorsorge anbieten. Die Sparkassen-Finanzgruppe bereitet gemeinsam mit der DekaBank eigene Depotlösungen vor.

Für dich entsteht damit erstmals ein Wettbewerb zwischen besonders digitalen Selbstentscheider-Angeboten und einer stärker beratungsorientierten Lösung mit Filialzugang.

Ein abschließendes Ranking ist im August 2026 allerdings noch nicht möglich: Scalable Capital hat bereits vergleichsweise konkrete Gebühren veröffentlicht. Trade Republic hat den Marktstart angekündigt, aber noch kein vollständiges separates Preisverzeichnis für das Altersvorsorgedepot bereitgestellt. Deka und Sparkassen bestätigen ihr Angebot ab 2027, nennen für die individuellen AVD-Varianten jedoch ebenfalls noch keine vollständigen Endkundenpreise.

Das Wichtigste in Kürze


- Scalable Capital veröffentlicht bereits konkrete AVD-Preise und unterscheidet zwischen Standarddepot und eigener Anlageauswahl.
- Trade Republic will sein Altersvorsorgedepot zum Start 2027 anbieten; die heutigen Brokergebühren dürfen nicht automatisch als künftige AVD-Gebühren behandelt werden.
- Sparkasse und DekaBank planen geförderte Depotlösungen mit Fonds und ETFs sowie persönlicher Beratung.
- Das gesetzliche Standarddepot darf maximal 1 Prozent Effektivkosten pro Jahr aufweisen.
- Produktkosten der ausgewählten ETFs oder Fonds, Spreads und mögliche Kosten der Auszahlungsphase musst du separat berücksichtigen.
- Die höchste staatliche Zulage ist bei allen zertifizierten Verträgen gesetzlich gleich. Unterschiede entstehen vor allem durch Kosten, Anlageangebot, Bedienung, Beratung und Auszahlungsmodell.

Was bietet Scalable Capital beim Altersvorsorgedepot?


Scalable Capital ermöglicht bestehenden und neuen Kunden bereits, das Altersvorsorgedepot im Scalable-Konto hinzuzufügen. Die eigentliche geförderte Nutzung beginnt nach Anbieterangaben mit dem gesetzlichen Start im Januar 2027.

Geplant sind zwei Modelle:

- ein einfaches Standarddepot,
- eine Variante, bei der du die Anlage selbst auswählst.

Das Standarddepot richtet sich eher an Menschen, die eine vorgegebene, gesetzlich standardisierte Anlagelösung bevorzugen. Die Selbstentscheider-Variante soll mehr Kontrolle über die eingesetzten Wertpapiere bieten.

Welche Gebühren nennt Scalable Capital?


Scalable Capital bewirbt sowohl das Standarddepot als auch die Selbstentscheider-Variante ohne laufende Gebühren für Konto und Depot. Auch für Sparpläne sowie für Ein- und Auszahlungen sollen nach der aktuell veröffentlichten Preisübersicht keine Gebühren anfallen.

Beim Standarddepot werden Käufe und Verkäufe ebenfalls mit 0 Euro ausgewiesen. In der Selbstentscheider-Variante hängt die Transaktionsgebühr dagegen vom gewählten Scalable-Modell ab: Mit PRIME+ sollen Käufe und Verkäufe gebührenfrei sein, während im FREE-Modell jeweils 0,99 Euro berechnet werden.

Für das Standarddepot bewirbt Scalable ausgewählte ETFs im Jahr 2027 mit einer Gesamtkostenquote von 0 Prozent. Bei der Selbstentscheider-Variante richten sich die laufenden ETF-Kosten nach dem ausgewählten Produkt; teilweise sollen auch hier Anlagen ab 0 Prozent laufenden Kosten verfügbar sein.

Die Preisangaben bedeuten allerdings nicht, dass das Altersvorsorgedepot in jedem Fall vollständig kostenlos ist. Scalable weist darauf hin, dass zusätzlich Spreads, Produktkosten und Zuwendungen anfallen können. Die beworbene Gesamtkostenquote von 0 Prozent gilt außerdem nur für ausgewählte ETFs und nach derzeitigem Stand bis zum 31. Dezember 2027.

Achte deshalb nicht allein auf die kostenlose Depotführung. Entscheidend sind die gesamten Kosten über die voraussichtliche Vertragsdauer. Dazu gehören auch mögliche Fondskosten nach Ablauf der Einführungsaktion, Gebühren für spätere Umschichtungen und die bislang noch genauer zu prüfenden Kosten während der Auszahlungsphase.

Für wen könnte Scalable interessant sein?

Das Angebot kann insbesondere für digital erfahrene Anleger interessant sein, die:

- ihr Depot per App oder Browser steuern möchten,
- zwischen Standardlösung und eigener Auswahl entscheiden wollen,
- niedrige sichtbare Depot- und Sparplankosten suchen,
- keine persönliche Filialberatung benötigen.

Offen bleiben bis zum Marktstart insbesondere die endgültig zertifizierten Produktbedingungen, die vollständige Liste zulässiger Wertpapiere und die langfristigen Kosten nach möglichen Einführungsaktionen.

Was bietet Trade Republic beim Altersvorsorgedepot?


Trade Republic hat öffentlich angekündigt, das Altersvorsorgedepot ab 2027 anzubieten. Der Broker wirbt bereits mit der neuen staatlichen Förderung und erklärt, vom Start an dabei zu sein.

Ein vollständiges separates AVD-Preisverzeichnis mit konkreten Angaben zu Standarddepot, eigener Produktauswahl, Anbieterwechsel und Auszahlungsphase war zum Redaktionsstand jedoch noch nicht öffentlich auffindbar.

Was kostet das normale Trade-Republic-Depot heute?


Für das gewöhnliche, nicht geförderte Depot nennt Trade Republic derzeit:

- keine laufende Depotgebühr,
- kostenlose Sparplanausführungen,
- keine klassische Orderprovision,
- 1 Euro Abwicklungskostenpauschale je Einzeltransaktion,
- gegebenenfalls Spreads, Produkt- und Drittkosten.

Diese Preise zeigen die allgemeine Kostenpositionierung des Brokers. Sie sind aber nicht automatisch das Preisverzeichnis des künftigen Altersvorsorgedepots. Das AVD ist ein eigener zertifizierter Vertrag mit zusätzlichen Verwaltungs-, Förder- und Auszahlungsprozessen.

Sobald Trade Republic die endgültigen AVD-Konditionen veröffentlicht, sollte TopBankVergleich insbesondere prüfen:

- laufende Vertrags- oder Depotkosten,
- Sparplan- und Umschichtungsgebühren,
- Umfang der ETF- und Fondsauswahl,
- Gestaltung des Standarddepots,
- Kosten eines Anbieterwechsels,
- Gebühren und Anlage während der Auszahlungsphase.

Für wen könnte Trade Republic interessant sein?


Trade Republic dürfte vor allem Sparer ansprechen, die bereits dort anlegen und möglichst viele Finanzfunktionen in einer App bündeln möchten. Die endgültige Bewertung hängt jedoch davon ab, ob das AVD dieselbe einfache Preisstruktur wie das normale Depot erhält und welche Auswahl innerhalb des zertifizierten Vertrags möglich sein wird.

Wenn du persönliche Beratung oder Unterstützung bei der Wahl der Aktienquote wünschst, solltest du prüfen, welche digitalen Hilfen Trade Republic im AVD tatsächlich bereitstellt.

Was bieten Sparkasse und DekaBank?


Die DekaBank kündigt gemeinsam mit den Sparkassen ab 2027 eigene Altersvorsorgedepot-Lösungen im DekaBank Depot an. Vorgesehen sind Fonds- und ETF-Anlagen innerhalb der neuen staatlichen Förderung.

Der wesentliche Unterschied zu den Neobrokern liegt im Vertriebs- und Servicemodell: Du kannst das Produkt voraussichtlich über deine Sparkasse abschließen und persönliche Beratung nutzen. Gleichzeitig soll die Verwaltung in die bestehenden digitalen Angebote der Sparkassen und Deka eingebunden werden.

Was ist über das Sparkassen-Standarddepot bekannt?


Nach Angaben der Deka soll das gesetzliche Standarddepot mit bis zu zwei vorab festgelegten Investmentfonds arbeiten:

- einem eher chancenorientierten Fonds,
- einem defensiveren Fonds mit geringeren Schwankungen.

Vor Beginn der Auszahlungsphase wird das Vermögen schrittweise stärker in den risikoärmeren Baustein umgeschichtet. Die Aufteilung sollst du innerhalb der gesetzlichen Vorgaben beeinflussen können.

Für das Standarddepot gilt ein gesetzlicher maximaler Effektivkostenrahmen von 1 Prozent pro Jahr. Das bedeutet nicht, dass jedes Sparkassen- oder Deka-AVD genau 1 Prozent kosten wird. Individuell gestaltete AVD-Varianten können eine andere Kostenstruktur haben.

Wie hoch sind die Sparkassen- und Deka-Gebühren?


Ein vollständiges Preisverzeichnis für die neuen AVD-Angebote war zum Redaktionsstand noch nicht veröffentlicht. Die Kosten des heutigen DekaBank Depots oder bestehender Deka-Altersvorsorgeprodukte solltest du nicht ungeprüft auf das neue AVD übertragen.

Vor einem Abschluss sind insbesondere zu klären:

- Depot- und Vertragsgebühr,
- Ausgabeaufschläge oder Einstiegskosten,
- laufende Fondskosten,
- Kosten für Umschichtungen,
- mögliche Beratungskosten oder Vertriebsvergütungen,
- Kosten in der Auszahlungsphase.

Für wen könnte Sparkasse/Deka interessant sein?


Die Lösung kann für Menschen passen, die:

- persönliche Beratung wünschen,
- einen bekannten Ansprechpartner vor Ort bevorzugen,
- ihre Altersvorsorge im bestehenden Sparkassen-Onlinebanking sehen möchten,
- eine vorgegebene Risikosteuerung statt eigener ETF-Auswahl suchen,
- Unterstützung bei Zulagen, Riester-Bestand und Auszahlungsplanung benötigen.

Beratung ist ein Mehrwert, kann aber mit höheren Produkt- oder Vertriebskosten verbunden sein. Entscheidend ist die Gesamtkosteninformation – nicht die Bezeichnung „kostenlose Beratung“.

Neobroker oder Sparkasse: Was passt zu welchem Typ?


Selbstentscheider

Wenn du ETFs verstehst, deine Risikoverteilung selbst festlegen möchtest und vollständig digital arbeitest, dürftest du zunächst Scalable Capital oder Trade Republic betrachten. Wähle dabei nicht aus Gewohnheit automatisch den bereits genutzten Broker.

Sicherheitsorientierte Einsteiger

Ein gesetzliches Standarddepot kann den Einstieg erleichtern. Entscheidend ist, wie stark es in Aktien investiert, wann in defensivere Anlagen umgeschichtet wird und welche Kosten dafür anfallen. Ein Standarddepot ist nicht risikofrei.

Verbraucher mit Beratungsbedarf

Sparkasse und Deka können Vorteile bieten, wenn Riester-Altverträge, Kinderzulagen, schwankende Einkommen oder die Auszahlungsphase persönlich besprochen werden sollen. Lass dir Kosten und Alternativen trotzdem schriftlich zeigen.

Bestehende Riester-Sparer

Wenn du bereits einen Riester-Vertrag besitzt, solltest du nicht allein wegen eines günstigen Neobroker-Angebots kündigen. Zuerst sind Garantien, Übertragungswert, Förderrückzahlung und künftige Leistungen des Altvertrags zu prüfen. Eine förderunschädliche Übertragung ist von einer Kündigung zu unterscheiden.

Welche Gebühren interessieren normale Sparer wirklich?

Ein AVD-Kostenvergleich sollte mindestens diese Positionen enthalten:

1. Depot- oder Vertragsgebühr: Als Eurobetrag oder Prozentsatz des Vermögens.
2. Sparplankosten: Je Einzahlung oder prozentual vom Beitrag.
3. Produktkosten: Insbesondere TER und Transaktionskosten der ETFs oder Fonds.
4. Handelskosten und Spread: Bei Kauf, Verkauf und Umschichtung.
5. Kosten der Risikosteuerung: Etwa für ein Lebenszyklusmodell.
6. Wechselkosten: Direkte und indirekte Kosten beim Anbieterwechsel.
7. Auszahlungskosten: Gebühren des Auszahlungsplans oder einer Verrentung.

Bei einem Vorsorgezeitraum von mehreren Jahrzehnten können prozentuale laufende Kosten stärker wirken als eine einmalige kleine Ordergebühr.

Beispiel: Warum 0 Euro nicht kostenlos bedeutet

Ein Anbieter kann 0 Euro Depotgebühr und kostenlose Sparpläne verlangen. Enthält das Depot aber einen Fonds mit 0,80 Prozent laufenden Kosten, wird dieser Betrag dem Fondsvermögen entnommen. Bei 50.000 Euro Vertragsvermögen entsprechen 0,80 Prozent rechnerisch 400 Euro pro Jahr – ohne Berücksichtigung weiterer Kosten oder Wertveränderungen.

Umgekehrt kann ein ETF mit 0,20 Prozent laufenden Kosten bei einer kleinen festen Depotgebühr insgesamt günstiger sein. Maßgeblich ist immer die gesamte Kostenwirkung.

Die zehn wichtigsten Fragen vor dem Abschluss


1. Ist das konkrete Produkt staatlich zertifiziert?
2. Bin ich persönlich förderberechtigt?
3. Wie hoch sind sämtliche Kosten in Anspar- und Auszahlungsphase?
4. Welche ETFs oder Fonds stehen tatsächlich zur Verfügung?
5. Ist das Angebot ein Standarddepot oder eine selbst gesteuerte Variante?
6. Wer reduziert das Risiko vor Rentenbeginn?
7. Kann ich Sparrate und Anlage kostenlos ändern?
8. Wie funktioniert ein Anbieterwechsel?
9. Welche Unterstützung erhalte ich bei Zulagen und Steuerunterlagen?
10. Was geschieht im Todesfall und während der Auszahlung?

Vorläufiges Fazit


Scalable Capital liefert derzeit die konkretesten öffentlich sichtbaren AVD-Preise und positioniert sich mit kostenloser Depotführung, kostenlosen Sparplänen und zwei Anlagemodellen. Trade Republic hat den Marktstart bestätigt, aber noch keine ausreichend vollständige AVD-Gebührenübersicht veröffentlicht. Sparkasse und Deka setzen auf Standard- und weitere Depotlösungen, persönliche Beratung und die Einbindung in das DekaBank Depot; auch dort fehlen noch endgültige Produktpreise.

Für dich bedeutet das: Entscheide noch nicht allein aufgrund einer Vormerkung oder Werbeaktion. Ein belastbarer Vergleich ist möglich, sobald Zertifizierung, Produktinformationsblatt, vollständige Kosten und Auszahlungsbedingungen aller Anbieter vorliegen.


Häufige Fragen

Welcher Anbieter ist derzeit am günstigsten?

Das lässt sich noch nicht abschließend feststellen. Scalable hat konkrete niedrige Preise veröffentlicht, während Trade Republic und Deka/Sparkasse ihre vollständigen AVD-Konditionen noch nicht offengelegt haben. Auch ETF- und Auszahlungskosten fehlen in einem reinen Depotpreisvergleich.

Kann ich mein bestehendes Brokerkonto als AVD nutzen?

Nein, nicht automatisch. Das geförderte Altersvorsorgedepot ist ein eigener zertifizierter und zweckgebundener Vertrag. Anbieter können es jedoch in das bestehende Kundenkonto oder die App integrieren.

Bekomme ich bei jedem Anbieter dieselbe staatliche Zulage?

Die gesetzliche Zulagenberechnung ist an die persönliche Förderberechtigung und den Eigenbeitrag gekoppelt, nicht an einen bestimmten Anbieter. Das konkrete Produkt muss zertifiziert sein.

Ist die Sparkasse automatisch teurer als ein Neobroker?

Nicht zwingend. Die endgültigen AVD-Preise stehen noch aus. Beratung und Fondsstruktur können Kosten erhöhen, das Standarddepot unterliegt jedoch dem gesetzlichen Effektivkostenrahmen von maximal 1 Prozent pro Jahr.

Kann ich später von der Sparkasse zu einem Neobroker wechseln?

Ein förderunschädlicher Anbieterwechsel soll grundsätzlich möglich sein. Ablauf, Übertragungsdauer, mögliche Marktfolgen und Bedingungen des neuen Anbieters müssen geprüft werden.

Sollte ich das Standarddepot oder die eigene ETF-Auswahl wählen?

Das Standarddepot reduziert Entscheidungsaufwand und steuert das Risiko vor dem Ruhestand automatisch. Eine eigene Auswahl bietet mehr Kontrolle, verlangt aber Kenntnisse und regelmäßige Disziplin.

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