Ein neues Girokonto beginnt mit einem Antrag. Zum zuverlässigen Hauptkonto wird es erst, wenn Zugang, Karte und laufende Zahlungen funktionieren. Wer beides zusammen plant, erspart sich unnötige Rückfragen bei der Eröffnung und Hektik beim späteren Umzug von Gehalt, Miete und Lastschriften.
Hier erfährst du, welche Unterlagen du bereithalten solltest, wie die Identifikation abläuft und wann du den Zahlungsverkehr umstellen kannst. Drei aktuelle Kontobeispiele zeigen außerdem, wie unterschiedlich Gebührenfreiheit und Eröffnungsangebote ausgestaltet sein können.
Vor dem Antrag: Wofür brauchst du das neue Konto?
Lege zuerst fest, ob du ein Hauptkonto für sämtliche Einnahmen und Ausgaben oder ein zusätzliches Konto eröffnen möchtest. Bei einem Hauptkonto zählen verlässliche Alltagsfunktionen: passende Karten, ausreichend Bargeldzugang, eine gut bedienbare App und ein erreichbarer Kundenservice. Bei einem Zweitkonto kann eine Gebührenbefreiung mit hohem monatlichem Geldeingang schwieriger zu erfüllen sein.
Notiere vor dem Vergleich deine drei wichtigsten Anforderungen. Beispielsweise: keine Grundgebühr ohne Mindestgeldeingang, eine physische Karte und gelegentliche Bargeldeinzahlungen. Eine Prämie ist ein zusätzlicher Vorteil, ersetzt aber keine passenden laufenden Konditionen. Die folgenden Beispiele sind deshalb nach unterschiedlichen Nutzungsprofilen beschrieben und kein allgemeines Ranking.
Drei Kontobeispiele für deinen Start
N26 Standard: Kontoführung ohne Mindestgeldeingang
N26 Standard hat keine monatliche Kontoführungsgebühr und verlangt dafür keinen Mindestgeldeingang. Eine virtuelle Mastercard Debit ist enthalten; eine physische Mastercard Debit kostet einmalig 10 Euro. Zwei Abhebungen am Geldautomaten innerhalb der Eurozone sind monatlich ohne N26-Abhebeentgelt enthalten. Für weitere oder andere Leistungen können Kosten entstehen.
Das Konto kann passen, wenn du dein Banking überwiegend mit dem Smartphone erledigst und keine regelmäßigen hohen Zahlungseingänge voraussetzen möchtest. Vor der Eröffnung solltest du prüfen, ob dir die virtuelle Karte genügt und ob das Bargeldangebot zu deinem Alltag passt. N26 verlangt für die Eröffnung unter anderem Volljährigkeit, ein kompatibles Smartphone, ein unterstütztes Ausweisdokument und einen Wohnsitz in einem unterstützten Land. Die Annahme des Antrags ist nicht garantiert.
DKB Girokonto: Gehaltseingang bei der Gebührenfreiheit mitplanen
Das erste DKB Girokonto ist bei mindestens 700 Euro monatlichem Geldeingang oder für Personen unter 28 Jahren ohne Kontoführungsgebühr. Andernfalls fallen 4,50 Euro monatlich an. Eine Visa Debitkarte ist enthalten; zusätzliche Karten sind gesondert zu prüfen. Die DKB bietet einen kostenlosen digitalen Kontowechselservice über Qwist an.
Für ein Hauptkonto mit passendem regelmäßigen Geldeingang kann dieses Modell interessant sein. Beim Umzug solltest du jedoch klären, ab welchem Monat die Einnahmen tatsächlich auf dem neuen Konto ankommen. Die Bedingungen für Gebührenfreiheit, Aktivstatus und einzelne Bonusaktionen sind jeweils gesondert zu lesen.
comdirect Girokonto Aktiv: Befristete Gebührenfreiheit und aktuelle Prämie
Bei der aktuellen Aktion ist das Girokonto Aktiv für die ersten 36 Monate ohne Kontoführungsgebühr und ohne Mindestgeldeingang erhältlich. Die girocard und die optionale Visa-Kreditkarte sind in dieser Zeit ebenfalls kostenlos; für die Kreditkarte wird Bonität vorausgesetzt. Die Visa-Debitkarte ist enthalten. Die Aktion wird für Anträge bis zum 23. November 2026 angeboten.
Für die 250-Euro-Prämie gelten zusätzliche Voraussetzungen: In den vorherigen sechs Monaten darfst du kein comdirect-Kunde gewesen sein. Die vollständigen Antragsdaten müssen bis zum 23. November 2026 eingehen. Bei der Eröffnung musst du der E-Mail-Werbung zustimmen und die Einwilligung bis zur Prämiengutschrift beibehalten. In den ersten drei Monaten sind mindestens fünf Transaktionen über jeweils mindestens 25 Euro erforderlich. Das Konto muss mindestens zwölf Monate bestehen bleiben; sonst kann die Prämie zurückgefordert werden. Die Gutschrift erfolgt bei erfüllten Bedingungen im vierten Monat. Betreute Kunden eines Finanzdienstleisters sind ausgeschlossen; die Bank behält sich Änderungen oder ein vorzeitiges Ende vor.
Nach den 36 Monaten gelten die Standardkonditionen: grundsätzlich 4,90 Euro monatlich, sofern keine Befreiung greift. Möglich sind beispielsweise 700 Euro monatlicher Geldeingang oder drei Zahlungen per Apple Pay beziehungsweise Google Pay. Für die girocard nennt das aktuelle Preisverzeichnis dann 1 Euro monatlich, für die optionale Visa-Kreditkarte 1,90 Euro. Plane deshalb einen Termin ein, um die Konditionen vor Ablauf der Aktion erneut zu prüfen.
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Konditionsstand: 21. Oktober 2026. Gebührenfreiheit bezieht sich auf die jeweils genannten Leistungen. Zusatzleistungen und fremde Entgelte können hinzukommen. Prüfe vor dem Antrag das aktuelle Preisverzeichnis und gegebenenfalls die vollständigen Aktionsbedingungen.
Diese Angaben und Unterlagen solltest du bereithalten
- Gültiges Ausweisdokument: Prüfe vorab, ob die Bank deinen Personalausweis oder Reisepass für das angebotene Identifikationsverfahren akzeptiert.
- Persönliche Angaben und aktuelle Anschrift: Übernimm Namen und Geburtsdaten sorgfältig aus dem Ausweis. Liefere zusätzliche Nachweise, wenn die Bank sie für deinen Fall verlangt.
- Steuerliche Angaben: Halte deine Steuer-Identifikationsnummer und Angaben zur steuerlichen Ansässigkeit bereit. Banken müssen die Steuer-ID erfassen; eine fehlende Nummer bedeutet aber nicht automatisch, dass jede Eröffnung unmöglich ist.
- E-Mail-Adresse und Mobiltelefon: Stelle sicher, dass du Bestätigungen empfangen und das von der Bank vorgesehene Freigabeverfahren nutzen kannst.
- Bei einem Kontoumzug zusätzlich: alte IBAN, Übersicht der Zahlungspartner, aktuelle Kontoauszüge und die Zugangsmöglichkeit für den gewählten Wechselservice.
Einzelne Banken stellen zusätzliche Anforderungen. Bei einem Gemeinschaftskonto sind mehrere Personen beteiligt; für ein Kinderkonto gelten andere Eröffnungsschritte. Die Beispiele in diesem Beitrag beziehen sich auf private Einzelkonten für Volljährige.
Antrag und Identifikation: Drei Schritte bis zum nutzbaren Konto
1. Konto und Zusatzleistungen bewusst auswählen
Fülle den Antrag über die Bank oder ihre App aus und kontrolliere vor dem Absenden das gewählte Kontomodell. Kostenpflichtige Zusatzkarten, Versicherungen und Kreditrahmen solltest du nur auswählen, wenn du sie brauchst. Speichere die Vertragsunterlagen sowie die bei Antragstellung gültigen Aktionsbedingungen. Eine Eingangsbestätigung ist noch keine verbindliche Zusage der Bank.
2. Die eigene Identität nachweisen
Die Bank muss die Identität ihrer Kunden prüfen. Welcher Weg dafür angeboten wird, hängt vom Institut, deinem Dokument und dem konkreten Antrag ab. Bei comdirect werden derzeit beispielsweise E-Ident, Videoident und Postident in einer Postfiliale beschrieben. Daraus folgt nicht, dass jede Bank alle drei Möglichkeiten anbietet.
- Online-Ausweisfunktion: Für eID benötigst du ein geeignetes Ausweisdokument mit aktivierter Online-Ausweisfunktion, die selbst gewählte sechsstellige PIN und passende Technik, etwa ein NFC-fähiges Smartphone. Nutze die von der Bank angegebene Anwendung.
- Videoident: Die Identität wird in einem Videoverfahren überprüft. Halte den akzeptierten Ausweis und ein Gerät mit Kamera bei guter Verbindung bereit.
- Postident in der Filiale: Nimm den von der Bank bereitgestellten Coupon und ein gültiges, zugelassenes Ausweisdokument mit. Der Coupon kann je nach Verfahren digital vorgelegt werden.
Falls die Prüfung abbricht, lies zunächst den angezeigten Grund. Ein nicht unterstütztes Dokument, schlechte Bildqualität oder fehlende technische Voraussetzungen lassen sich nicht durch wiederholtes Absenden identischer Anträge lösen. Nutze eine angebotene Alternative oder den offiziellen Support.
3. Zugang, Freigabe und Karte einrichten
Nach der Annahme richtest du Onlinebanking und Freigabeverfahren ein. Prüfe die IBAN, bestätige gegebenenfalls dein Smartphone und aktiviere die Karte nach Anleitung der Bank. Der Zeitpunkt einer digitalen Freischaltung und die Lieferung einer physischen Karte können auseinanderliegen.
Ein „Antrag in wenigen Minuten“ ist deshalb keine allgemeine Zusage für ein sofort vollständig nutzbares Konto. Die DKB weist bei der Eröffnung eines Einzelkontos beispielsweise darauf hin, dass in den ersten 48 Stunden noch keine Überweisungen beauftragt werden können. Plane wichtige Zahlungen nicht auf Grundlage einer Werbezeitangabe.
Erst wenn das neue Konto funktioniert, beginnt der Kontoumzug
Bevor du Arbeitgeber oder Vermieter informierst, sollten der Banking-Zugang und das Freigabeverfahren eingerichtet sein. Prüfe die Kontodaten direkt in den Bankunterlagen. Eine kleine eigene Testüberweisung und eine kontrollierte Kartenzahlung können helfen, die wichtigsten Funktionen kennenzulernen.
Für den Umzug gibt es zwei Wege, die du unterscheiden solltest:
- Gesetzliche Kontenwechselhilfe: Bei erfüllten Voraussetzungen beauftragst du die neue Bank mit einer Ermächtigung. Die beteiligten Institute übernehmen die gesetzlich vorgesehenen Schritte in dem von dir erlaubten Umfang. Der Anspruch betrifft grundsätzlich Konten bei in Deutschland ansässigen Zahlungsdienstleistern in derselben Währung. Weitere betroffene Kontoinhaber müssen ebenfalls zustimmen.
- Zusätzlicher digitaler Wechselservice: Ein Dienstleister kann nach deiner Zustimmung Umsätze auswerten und Mitteilungen an Zahlungspartner vorbereiten. Die genaue Leistung und die nötigen Freigaben ergeben sich aus dem Service. Bei der DKB ist etwa Qwist eingebunden; dort gibt es auch eine manuelle Alternative ohne Anmeldung im alten Onlinebanking.
Beim gesetzlichen Verfahren muss die neue Bank innerhalb von zwei Geschäftstagen nach Erhalt der Ermächtigung die alte Bank auffordern. Für die Übersendung der Listen und Informationen hat die alte Bank anschließend fünf Geschäftstage. Nach deren Eingang hat die neue Bank für ihre vorgesehenen Aufgaben ebenfalls fünf Geschäftstage. Der Starttermin für Daueraufträge und Lastschriften muss die gesetzliche Vorlaufregel berücksichtigen. Das ist keine Garantie, dass jeder Zahlungspartner bereits nach zwölf Kalendertagen umgestellt hat.
Die gesetzliche Hilfe ist auch nicht pauschal für sämtliche denkbaren Zusatzleistungen kostenlos. Bestimmte Leistungen – darunter die Übersendung der gesetzlich vorgesehenen Listen und die Schließung des alten Kontos – dürfen nicht berechnet werden. Für andere zulässige Entgelte braucht es eine Vereinbarung; sie müssen angemessen und an den tatsächlichen Kosten ausgerichtet sein. Lies den Auftrag, bevor du ihn freigibst.
Gehalt, Miete und Lastschriften aufeinander abstimmen
Wähle einen Umstellungstermin, der zu deinen Einnahmen und den großen Abbuchungen passt. Informiere den Arbeitgeber früh genug für dessen Gehaltsabrechnung. Ändere die Bankverbindung bei Vermieter, Energieversorgern, Versicherungen und anderen wichtigen Vertragspartnern und kontrolliere die Bestätigungen. Bei Onlinehändlern und Zahlungsdiensten musst du außerdem hinterlegte Konten und Karten prüfen.
Ein vereinfachtes Planungsbeispiel: Eine Miete wird am Monatsersten mit 900 Euro eingezogen. Das erste Gehalt auf dem neuen Konto kommt aber erst am Monatsende. Dann braucht das neue Konto rechtzeitig ausreichend Guthaben für die Miete. Gleichzeitig kann auf dem alten Konto noch eine Versicherungsabbuchung ausstehen. Übertrage deshalb nicht sofort das gesamte Restguthaben.
Prüfe für deine eigene Übersicht mindestens 13 Monate an Kontobewegungen, damit auch jährliche Zahlungen auffallen. Diese Zeitspanne ist außerdem im gesetzlichen Informationsaustausch vorgesehen. Bei Daueraufträgen musst du den letzten Termin auf dem alten und den ersten Termin auf dem neuen Konto abstimmen, damit Miete oder Sparrate nicht doppelt überwiesen werden.
Unsere praktische Empfehlung ist eine Übergangsphase von etwa zwei bis drei Monaten mit beiden Konten. Das ist keine gesetzliche Pflicht und kann bei seltenen Zahlungen länger nötig sein. Halte dort jeweils einen passenden Puffer bereit und beachte mögliche laufende Gebühren beider Konten.
Wann kannst du das alte Konto schließen?
- Regelmäßige Einnahmen gehen nachweislich auf dem neuen Konto ein.
- Wichtige Lastschriften und Daueraufträge laufen korrekt; übersehene Zahlungspartner sind informiert.
- Offene Kartenumsätze, Rückerstattungen und andere noch erwartete Buchungen sind berücksichtigt.
- Ein negativer Kontosaldo ist geklärt. Ein bisheriger Dispokredit wird nicht automatisch auf das neue Konto übernommen.
- Kontoauszüge und wichtige Belege sind gesichert; Restguthaben und Schließungstermin sind festgelegt.
Lass dir die Schließung bestätigen und kontrolliere den letzten Abschluss. Der Kontoumzug ist dann gelungen, wenn der neue Zahlungsverkehr zuverlässig läuft – nicht schon, wenn das Eröffnungsformular abgeschickt wurde. Eine zusätzliche kompakte Umzugsliste findest du in unserem Ratgeber zum Girokontowechsel.
Quellen und Redaktionsstand
Stand: 21. Oktober 2026. Die Kontobeispiele beruhen auf veröffentlichten Anbieterinformationen; Aktionen können geändert oder beendet werden. Ablaufempfehlungen und das Planungsbeispiel sind redaktionell erstellt. Konkrete Bearbeitungszeiten hängen von Bank, Antrag und Identifikation ab.
- N26: Standard-Konto und Kartenbedingungen; N26: Voraussetzungen und Ablauf der Eröffnung.
- DKB: Girokonto, Gebührenfreiheit und Freischaltung; DKB: digitaler und manueller Kontowechselservice.
- comdirect: aktuelle Eröffnungsaktion, Prämienbedingungen und Identifikationswege; comdirect: Preis- und Leistungsverzeichnis, gültig ab 15. Juli 2026.
- AusweisApp des Bundes: Voraussetzungen für die Online-Ausweisfunktion.
- Deutsche Post: POSTIDENT in der Filiale.
- § 154 Abgabenordnung – Identitäts- und Steuerdaten bei Konten.
- Zahlungskontengesetz, insbesondere §§ 20 bis 26 – Anspruch, Ermächtigung, Aufgaben, Fristen und Entgelte der Kontenwechselhilfe.
Bildnachweis
Titelbild: Gustavo Fring / Pexels, Foto-ID 4872013. Offizielle Bildseite · Pexels-Lizenz, einschließlich kommerzieller Nutzung. Symbolbild für die Vorbereitung und Prüfung von Unterlagen; keine Darstellung einer bestimmten Bank oder eines tatsächlichen Kontoantrags.
